22. August 2017

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Was Komplimente und Schelte gemeinsam haben

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Gestern Abend habe ich ein sehr schönes Kompliment bekommen. Nein, genau genommen zwei sogar. Ein Mensch, dem ich vor relativ kurzer Zeit begegnet bin und den ich sehr sympathisch finde, meinte gestern, dass ihm zwei Eigenschaften an mir bisher besonders aufgefallen wären.

Zum einen, dass ich eine sehr gute Zuhörerin wäre, wovon es nicht viele gäbe. Dabei verglich er sich auch mit mir und kam zu dem Ergebnis, dass er schon viel früher „Stop!“ sagen müsste, weil er eben nicht länger zuhören könnte, das würde ihm irgendwann zu viel. Als gute Zuhörerin habe ich das gehört und mich gefreut.

Zum anderen sei ich jemand, der ihn so nehmen könne, wie er eben gerade sei. Bei mir hätte er das Gefühl, er könne mit jeder Stimmung einfach da sein und ich würde das akzeptieren, ohne ihn verbiegen zu wollen, das sei ebenfalls sehr selten und verlange viel innere Reife. Als gute Zuhörerin habe ich das gehört und mich gefreut.

Nun, den zweiten Punkt sah ich als Ergebnis meines jahrelangen an mir Arbeitens. Denn nur, wer sich selber so annehmen kann, wie er oder sie ist, kann das bei anderen auch. Mag sein, dass da noch Luft nach oben ist. Aber ohne stehen bleiben zu wollen, klopfe ich mir dennoch zufrieden auf die Schulter, denn da habe ich wirklich viel an mir geleistet.

Was den ersten Punkt angeht, so hat er einen wesentlichen Anteil daran. Denn ich glaube, damit ich eine gute Zuhörerin bin, braucht es einen guten Erzähler gegenüber. Dabei denke ich nicht an die spannendste Story aus dem Büro mit Skandalniveau. Nein, ich rede von einem authentischen Gegenüber, der sich zeigt, wie er ist. Das, was aus solchen Menschen herauskommt, ist meiner Erfahrung nach meist immer interessant, weil es wahr ist und von Herzen kommt. Da ist es viel leichter, mit offenem Ohr zuzuhören, als wenn ein Dampfplauderer mir irgendeine verbale Maskerade verkaufen will. Da schalte ich ab oder, wenn es gar zu viel wird, breche ab. Liebevoll, aber bestimmt und klar. So will ich meine Lebenszeit einfach nicht mehr verbringen.

Ja, in jedem Fall tun solche Komplimente gut. Zumal ich nicht danach lechze, sie nicht erwarte. Wenn sie dann kommen, umso schöner. Doch die Wahrheit ist auch, dass es mit solchen Komplimenten ist wie mit einer Schelte. In Wahrheit nämlich sagen sie viel mehr über den aus, von dem sie kommen, als über den Empfänger. Ich kenne genügend Menschen, die in mir etwas völlig anderes sehen. Oder ganz andere Eigenschaften aufzählen würden als meine Stärken. Woran liegt das? Mutiere ich regelmäßig, wenn ich von Mensch zu Mensch spaziere? Vielleicht. Vielmehr glaube ich aber, dass Menschen in mir nur das sehen können, was sie selbst sind bzw. als Potenzial in sich tragen. Was bedeutet das konkret?

Nun, gut zuhören zu können, setzt Achtsamkeit dem Gegenüber voraus. Und die hat mein Bekannter mehrfach schon bewiesen. Nicht zuletzt, als er gestern meinte, ich müsste meine Ohrringe sehr mögen, denn bisher hätte ich sie jedes Mal getragen, wenn wir uns gesehen hätten. Wow! Erstens würde das nicht jedem auffallen. Zweitens würde nicht jeder, dem es auffällt, es äußern, eventuell aus Angst, falsch verstanden zu werden.

Was meine Art angeht, ihn so sein lassen zu können, wie er ist, kann ich den Ball auch nur zurückspielen. Er erlaubt mir, herzlich zu lachen, wenn er etwas (aus meiner Sicht Komisches) über sich selber sagt. Und denkt nicht, ich würde ihn auslachen. Weil er spürt, so nannte er es, dass es „ein Lachen aus reiner Lebensfreude“ ist. Er verlangt nicht, dass ich auch schlecht drauf sein müsste, wenn er es ist, sondern gönnt mir meinen Frohsinn. Und das ist es, was er in mir sehen kann, weil er es selbst ist bzw. das Potenzial sich trägt.

Tja, hm, bisschen schade, nicht wahr? Da kann man sich auf so ein Kompliment ja gar nicht mehr so viel einbilden. Nein, kann man nicht. Aber man kann sich daran mit dem Herzen erfreuen und dem Gegenüber danken für die liebevoll gemeinten Worte. Und sich auch trauen, anderen gegenüber Nettes zu äußern, wenn einem ein schöner Zug auffällt. Nur eben nicht als Egopamperei, sondern von Herzen, in jede Richtung.

Falls es Sie trösten sollte, dann brauchen Sie sich, sofern Sie mir glauben, demnächst auch über Kritik anderer nicht mehr ärgern. Denn hier gilt das gleiche Prinzip. Was immer der Meckerfritze an Ihnen auszusetzen hat: Er sieht dabei immer nur sich selbst oder das, was er in seinem tiefsten inneren auch gern hätte. Nehmen Sie das einfach mal zur Kenntnis, anstatt sich zu ärgern oder verletzt zu reagieren.

Denn eine alte Weisheit sagt so schön: „Wie ein anderer dich behandelt, ist sein Karma. Wie du darauf reagierst, ist deins.“

~Silvia Maria Engl

Silvia Maria Engl

Silvia Maria Engl

Intuitions- & Life Coach / Autorin / Seelentexte at Silvia Maria Engl
Einfach Lebensfreude!

Das ist das Motto, nach dem ich mein eigenes Leben gestalte. Und ich liebe es, andere Menschen dabei zu unterstützen, genau das zu erfahren - einfach (!) Lebensfreude zu spüren und zu erLEBEN. Mein Weg hat mir dabei sehr geholfen. Nicht, weil immer alles einfach gewesen wäre. Sondern gerade weil die Herausforderungen und Hürden mir gezeigt haben, wie man von "schwierig" zu "einfach" kommen kann. Das gebe ich nun mit Begeisterung weiter.
Viel (Lebens)Freude mit meinen Texten!  :-)

Gerne schreibe ich auch für Sie oder einen lieben Menschen einen ganz persönlichen Seelentext. Einmalig, individuell, von Herzen! Mehr dazu auf meiner Webseite.

Wenn Sie gerne mehr Lebensfreude und Herzensbildung in die Schulen oder Ihr Unternehmen bringen möchten, fragen Sie bei mir doch mal an bzgl. Workshops, Vorträgen u.m.

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Silvia Maria Engl
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