24. August 2017

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Versicherung oder Vertrauen

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„Im Interesse unserer Klienten müssen wir immer vom Schlimmsten ausgehen.“ Diesen bemerkenswerten Satz hörte ich gestern von einer jungen Versicherungsvertreterin, die einen kurzen Vorstellungs-Besuch bei mir machte. Sie wollte mir als ganz besonderen Service ihrer Gesellschaft einen Check anbieten, bei dem ich zu verschiedenen Versicherungsfällen auf einer Skala von eins bis sechs angeben sollte, wie wichtig mir die „Sicherheit“ auf diesem Gebiet sei und dann auch, wie gut ich glaubte, gegenwärtig „abgesichert“ zu sein. Ich ließ mich nicht darauf ein!

Meine Seele signalisierte mir mit einem intensiven Gefühl des Unbehagens, dass diese Art von Angstmache alles andere als gut für mich sei. Und ich schaffte es tatsächlich endlich einmal, deutlich NEIN zu sagen! Zunächst etwas zögernd, dann aber entschlossen, teilte ich der überraschten jungen Frau mit, dass ich es vorziehe, dem Leben und dem Universum zu vertrauen. Sie meinte dazu, es könne aber doch immer etwas Schlimmes und Unvorhergesehenes passieren. Ich ließ mich jedoch auf keine weitere Diskussion ein und wiederholte noch einmal, dass ich diesen Check nicht mitmachen wolle. Ihr versierter Chef, der sie geschickt hatte, hätte jetzt gewiss versucht, mich mit einem eleganten Redeschwall umzustimmen. Meine Seele lachte am Abend und sagte, sie habe mir diese noch unerfahrene Vertreterin „zum Üben“ geschickt…

Der Wahn, jedes nur erdenkliche Risiko im Leben „absichern“ zu wollen, ist bei uns in Deutschland wohl ganz besonders verbreitet. Und worin besteht die „Sicherheit“? In einer möglichst hohen Geldsumme, die man im Schadensfalle erhält. Wenn es nach der Darstellung der Branche geht. Und natürlich muss einmal im Jahr nachgeprüft werden, ob der Versicherungs“schutz“ noch stimmt… Die Vertreter werden darin geschult, ihren Klienten ordentlich Feuer unterm Hintern zu machen mit dem, was alles passieren könnte. Wohlgemerkt: KÖNNTE. Wer sich aber ständig Sorgen darüber macht, was passieren KÖNNTE, der wirft erstens den Versicherungen viel Geld in den Rachen, das ihm dann JETZT fehlt. Und: Wer sich von der Angst vor möglichen Unfällen und sonstigen Kalamitäten antreiben lässt, der verpasst das Einzige, was wirklich ist, nämlich das Leben im gegenwärtigen Augenblick! Hinzu kommt, dass dieser sogenannte Schutz ja gar keiner ist. Die Versicherung, die ich abschließe, verhindert schließlich nicht, dass „mir etwas passiert“! So darf man sich zum Beispiel den Begriff „Lebensversicherung“ einmal genüßlich auf der Zunge zergehen lassen: Bringt mir eine solche Versicherung vielleicht eine längere oder gar ewige Lebensspanne? Natürlich nicht. Sie bringt mir etwas Geld für meine alten Tage, oder sie bereichert meine Erben. Und eine „Unfallversicherung“? Bewahrt die mich vor Unfällen? Ach, nein…

Sicherheit, wirkliche Sicherheit davor, dass uns im Leben „etwas passiert“, die gibt es überhaupt nicht! „Na gut“, sagt jetzt natürlich der Versicherungsvertreter, „eben darum musst du doch finanziell vorsorgen!“ Muss ich gar nicht! Die beste Vorsorge, die ich mir vorstellen kann, besteht genau darin, dass ich mich auf den gegenwärtigen Augenblick, also auf mein wahres Leben, konzentriere. Hat nicht Jesus (sinngemäß) gesagt, dass der morgige Tag „für sich selber sorgen“ wird? Ich darf vertrauen! Selbst wenn „etwas passiert“, es wird JETZT sein und es ist immer JETZT für mich gesorgt. Ich bin immer JETZT geborgen und beschützt, ganz gleich, was jetzt gerade geschieht. Ich muss einräumen, dass diese Gedanken auch für mich selbst noch ziemlich neu und ungewohnt sind, aber meine Seele gibt sie mir heute ein und sie fühlen sich SO gut an! Spüre einmal hinein – was bewegt sich da bei DIR?

~ Ines Nandi

 

Ines Nandi
Ines Nandi, Jahrgang 1949, fing schon als Kind an zu schreiben. Als Studentin engagierte sie sich in einer linksradikalen Gruppe für soziale Gerechtigkeit und erhielt dafür Berufsverbot als Lehrerin. Ihr spiritueller Erwachensprozess begann im Alter von 33 Jahren und verlief zeitweise sehr krisenhaft. Seit dem Jahre 2001 hat sie Gedichte, Märchen, zwei Romane, eine Autobiografie und ein Kinderbuch herausgebracht. Alle Arbeiten von Ines Nandi kreisen um das Thema des Erwachens. Seit dem Frühjahr 2012 empfängt sie Botschaften aus der Natur. Ihre erste Veröffentlichung zu diesen Themen, „Wenn Bäume sprechen könnten“, erschien im Januar 2013 bei Pax et Bonum, Berlin. In Vorbereitung zum Beginn des Jahres 2014: „Das Heilwissen der Bäume“/“Botschaften vom Wind“ beim ch.falk-verlag, Seeon.

Kontakt per E-Mail
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Ines Nandi

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Ines Nandi
ines.nandi@gmx.net
Kommentare
4 Antworten auf “Versicherung oder Vertrauen”
  1. Ines Nandi sagt:

    Lieber Harald,
    eine Privathaftpflicht habe ich auch! Es ist auch nicht so, dass ich überhaupt nicht versichert wäre, nur hat mich dieser “Check”, den die Allianz-Frau mit mir machen wollte, für die Angstmache sensibilisiert, die systematisch aus reinen Profitgründen betrieben wird.

    Liebe Grüße
    Ines

  2. waldharald sagt:

    Selber Versicherungsmensch, kann ich ebenfalls nur zustimmen. Ein ursprünglich schöner Gedanke von Solidarität (Brandschutzgilden, 16.Jhd. glaube ich) wurde bis zur Unkenntlichkeit von Profitcentern pervertiert. Kollegen staunen immer, wenn ich ihnen erkläre, dass und warum ich keine Hausratversicherung habe. Was für Altersversorgungen die verkauft haben wissen sie vielleicht jetzt auch besser/schlechter.

    Nur die Privathaftpflicht ist sinnvoll (weil ich nicht weiss, ob ich für einen von mir unabsichtlich geschädigten Mitmensch mit eigenen Mitteln “Ausgleich” schaffen kann). Da gehts schnell mal um die Existenz – die Materielle ;-) – und vor allem eben zunächst nicht mal um die Eigene…

    Sorry, für die kleine Differenzierung, wie gesagt: ich stimme zu!

    HERZlich(t)
    Harald

  3. Petra sagt:

    Liebe Ines ich sehe es ganz genau so! – Sehr schön geschrieben!
    Herzliche Grüße
    Petra

    • Ines Nandi sagt:

      Freut mich sehr, liebe Petra! Ich kann dir in diesem Zusammenhang auch einen Artikel von Silvia Maria Engl empfehlen. Er heißt, glaube ich, “Altersvorsorge einmal anders”.

      Herzliche Grüße
      Ines

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