21. July 2017

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Verliebt Verlust verheiratet

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Ich hab ja mal studiert. Nicht, dass das eine tragende Rolle spielen würde in meinem Leben. Es ist mehr ein Teil davon, so wie ein Blatt eben Teil eines Baumes ist, jedoch nur eines von vielen. Manchmal aber komme ich nicht umhin, mich bei Gedanken zu ertappen, die eben doch in den Studieninhalten ihren Ursprung haben.

Gerade eben zum Beispiel. Ich habe mich gedanklich mit der Liebe beschäftigt. Eine meiner Lieblingsnachdenkereien. Irrsinnig, nicht wahr, wo man die Liebe doch nur fühlen kann. Naja, sei‘s drum. Jedenfalls fiel mir, einmal mehr, wieder die Bedeutung des Wortes in unserer Sprache auf.

Verlieben besteht aus dem Nomen „Liebe“ und der Vorsilbe „ver“. Mit dieser Vorsilbe verändert sich die Wortbedeutung. Denken Sie nur einmal an den Unterschied zwischen laufen, weg-laufen oder zu-laufen. So auch bei der Liebe. Auch die Liebe kann man verändern, indem man etwas voraussetzt oder an sie hängt, dann wird sie beispielsweise lieb-los.

Dieses „ver“ nun verleiht in der deutschen Sprache einem Wort immer einen bestimmten inhaltlichen Beigeschmack. Muttersprachler reflektieren das selten, bewusst wissen tun das meist nur Leute, die sich die Mühe machen müssen, Deutsch mit dem Kopf zu lernen. Wofür steht nun dieses „ver“?

Zum einen ist es eine Vorsilbe, die das Wort als schwierig oder negativ markiert (verwunschen). Oder aber eine Bewegung anzeigt (verschieben). Oder etwas wird mit etwas anderem versehen, beim Versilbern zum Beispiel. Besonders interessant aber wird es (und ich zitiere hier mal das wiktionary): „eine Vorsilbe, die bestimmt, dass eine starke, schwer rückgängig zu machende Änderung auf den körperlichen oder seelischen Zustand von jemandem oder etwas einen starken Einfluss ausübt.“

Uiuiui! Das also bedeutet es, sich zu verlieben? Eine starke, schwer rückgängig zu machende Änderung meines körperlichen oder seelischen Zustandes? Etwas oder jemand übt starken Einfluss auf mich aus? Gut, dass man stark verliebt sein kann, das weiß jeder Teenager, ohne Zweifel. Willentlich rückgängig machen geht auch schlecht; allenfalls die Zeit tut dazu ihr übriges, nicht wahr. Und einen starken Einfluss hat das Verlieben ja auch. Immerhin tun wir dir da Sachen, davon würden wir sonst nur Albträume bekommen.

Aber ist das Liebe? Oder anderes gefragt: Was wird aus der Liebe, wenn wir uns verlieben?

Das verflixte an der Liebe ist, dass wir sie in der Regel nur so weitergeben können, wie wir sie selbst kennen. Und andersherum erwarten wir, so geliebt zu werden, wie wir selbst lieben können. Ein klassischer Zündstoff wäre da etwa das Pärchen, bei dem sie Freude daran hat, ihm liebevoll einen Adventskalender zu basteln und ihm im Traum nicht mal einfällt, ihr einen zu kaufen. Macht es ihr nichts aus und sie schenkt von Herzen, ist alles gut. Oftmals aber ist die Schnute groß, wenn sie sich selber total viel Mühe gegeben hat und diesem Stoffel kein Gedanke kam, sich mindestens auch so viel Mühe zu machen. Ob er überhaupt einen wollte, steht dann wieder auf einem anderen Blatt. Streit liegt in der Luft, schallala.

Doch niemand muss Opfer sein, schon gar nicht von seinen eigenen, erlernten Liebesmustern. Jeder von uns kann ich sich gehen und sich überprüfen. Was tue ich da, warum tue ich es, was will ich damit bezwecken? Ist es wahr, zutiefst wahr, dass ich nichts damit bezwecken will? Oder möchte ich, dass er mich ansieht wie noch nie eine Frau? Dass sie erkennt, dass ich der tollste Mann auf Erden bin und sie mich nie mehr verlässt? Will ich Aufmerksamkeit, will ich zurückgeliebt werden? Nur, wer grundehrlich zu sich selbst ist, vermag sich zu verändern. Und das ist der einzige Weg, um aus diesem Verliebtseinssumpf der Illusionen herauszufinden. So lange ich Erwartungen an den anderen habe, ist das Leid vorprogrammiert. Nicht er muss sich ändern, nicht sie sollte mehr dies oder das. Nein, ICH sollte. Und zwar mich und meine Bedürftigkeiten wieder und wieder erst auf den Prüfstand und dann auf den Scheiterhaufen stellen.

Tun wir das nicht, wird Verliebtsein genau das bleiben: schwierig, negativ; die Bewegung von meinen Bedürftigkeiten hin zu jemandem, der sie stillen soll; die Liebe wird mit etwas versehen, zudeckelt, nach außen Glanz, innen hohl. Und schließlich die starke körperliche und seelische Veränderung, die sich zwar anfangs prickelnd anfühlt, aber (die Gehirnforschung bestätigt das!!!) genau wie eine Droge wirkt. Wir wollen mehr von diesem Rauschzustand und werden wütend, wenn er ausbleibt.

Oh Liebe, was wird nur aus dir, wenn wir uns verlieben?

Wer Glück hat, bei dem fällt das „ver“ irgendwann weg und was bleibt, ist Liebe. Kein Pochen bis zum Hals, kein tot umfallen, wenn keine Sms kommt. Sondern der Wunsch, den anderen glücklich zu sehen und dazu beitragen zu können, weil man idealerweise selbst bereits glücklich ist. Kein Bedürfnis mehr, das von jemand anders gestillt werden müsste. Daher keine Manipulationsversuche mehr, keine Hysterie, keine Anklagen, weil dies nicht oder jenes. Kein „ver-“, kein „-los“. Nur Liebe. Ohne nur.

Mögen wir alle uns darin üben und Meister werden. Denn es kann nicht genug Liebe geben auf diesem Planeten!

Was es mit Verlust und verheiraten auf sich hat, dass können Sie sich nun auch als nicht-Germanisten selber zusammenreimen.

So verfahren das alles auch scheint, vergessen Sie aber nicht: Sich zu bemühen, das Lieben zu lernen, ist eines sicher nicht: vergeblich.

~ Silvia Maria Engl

Silvia Maria Engl

Silvia Maria Engl

Intuitions- & Life Coach / Autorin / Seelentexte at Silvia Maria Engl
Einfach Lebensfreude!

Das ist das Motto, nach dem ich mein eigenes Leben gestalte. Und ich liebe es, andere Menschen dabei zu unterstützen, genau das zu erfahren - einfach (!) Lebensfreude zu spüren und zu erLEBEN. Mein Weg hat mir dabei sehr geholfen. Nicht, weil immer alles einfach gewesen wäre. Sondern gerade weil die Herausforderungen und Hürden mir gezeigt haben, wie man von "schwierig" zu "einfach" kommen kann. Das gebe ich nun mit Begeisterung weiter.
Viel (Lebens)Freude mit meinen Texten!  :-)

Gerne schreibe ich auch für Sie oder einen lieben Menschen einen ganz persönlichen Seelentext. Einmalig, individuell, von Herzen! Mehr dazu auf meiner Webseite.

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Silvia Maria Engl
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Kommentare
2 Antworten auf “Verliebt Verlust verheiratet”
  1. Angela sagt:

    also ich sag immer, dass die Liebe jeden Tag neu erarbeitet werden muss. Sie ist wie ein zartes Pflänzchen, welches man hegen und pflegen muss, damit es nicht verkümmert. Man kann nur richtig lieben, wenn man mit sich selbst im reinen ist, d.h. für mich bodenständig oder geerdet sein und wissen, wo sein Lebensweg hinführt. :-)

    • spiritcinema sagt:

      Meine Wahrheit ist eher die, dass man nur dafür sorgen muss, dass all das, was die Liebe blockieren könnte oder blockiert, wegräumen muss. Bzw. dafür sorgen, dass sie nicht verdeckt wird. Wenn man sein Herz “aufgeräumt” hat, kommt die Liebe automatisch dahinter zum Vorschein…

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