24. August 2017

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Das Wesentliche der eigenen Wirklichkeit

LEBENheute.com | Das Wesentliche der eigenen Wirklichkeit, Margrit Sager

In der integralen Begleitung von Menschen, Projekten oder Teams steht das Wesentliche im Zentrum. Es, das Wesen, seine Motivation, Eigenschaften und Bedürfnisse zu erkunden und Erkenntnisse zu ermöglichen, die für den Lösungsweg massgeblich sind, darum geht es beim Erkunden und Nachspüren von dem, was wirklich wichtig ist.

Anders als bei Referaten oder Artikeln üblich, nehme ich das Fazit voraus:

Wichtig für das Individuum ist, was seiner eigenen Wirklichkeit entspricht.

Was bedeutet “eigene Wirklichkeit”? Ist es möglich, sich die Realität zu eigen zu machen? Das, was wir als “wirklich” wahrnehmen, entspricht dem, was wir als wahr erkennen und zeigt seine Wirkung, nach innen und nach aussen.

Blenden wir ein paar tausend Jahre zurück in der Menschheitsgeschichte… Zu jenem Zeitpunkt in der griechischen Antike, als der Philosoph Platon das sogenannte Höhlengleichnis als Theorie zur Erkenntnis begründete.

Zu Beginn aller Zeiten hatte der Urmensch alles dabei, was er und seine Nachkommen brauchten, um sich weiterzuentwickeln: die Erfindungsgabe. Dieser wertvollen Fähigkeit ist die Entdeckung des Feuers, der Ursprung aller wirtschaftlichen Bestrebungen zu verdanken.

Durch das Zuführen von gekochter und damit leichter verdaulichen Nahrung verkleinerte sich der Magen und vergrösserte sich gleichzeitig das menschliche Hirn. Der “Homo sapiens”, der wissende Mensch also, zeichnete sich dadurch aus, dass er kraft seiner Erfindungsgabe immer mehr an Erfahrungen und an Wissen sammelte. Mit der Zeit begann der Mensch, nicht nur das wilde Korn zu verarbeiten, sondern auch den darin enthaltenen wertvollen Samen zu säen und zu ernten. Ein erster wirtschaftlicher Kreislauf, in diesem Beispiel in der Landwirtschaft, war geboren.

Des Menschen wertvollstes Werkzeug ist seine Erfindungsgabe, die ihn zum Feuer geleitet hat. Er sitzt im Kreise seiner Mitmenschen in seiner Höhle, den Blick auf die Wände der kalten, steinigen Behausung gerichtet, abgewendet vom Ausgang, der sich hinter ihm befindet. Von einem grossen Feuer, das vor dem Höhleneingang brennt, scheint etwas Licht durch den Gang hinein und alles, was sich draussen bewegt, wirft seine Schatten auf die Höhlenwände. Der Mensch nimmt die Schatten als Wirklichkeit wahr, die einzige, die er kennt. Er versucht, seine Existenz nach deren Formen und Bewegungen zu verstehen und daraus Wahrheiten für sich und seine Umwelt abzuleiten. Bis er sich aus freien Stücken dazu entscheidet, aufzustehen und nach der Quelle des Lichts zu suchen. Er begibt sich aus der Höhle hinaus nach draussen; das gleissend helle Licht des Feuers blendet und schmerzt ihn. Langsam gewöhnen sich seine Augen daran, er nimmt allmählich die realen Formen und die Existenz von alledem wahr, das seine Schatten in der Höhle geworfen hat. Er blickt nach oben und betrachtet den Nachthimmel, später bei Tageslicht das farbige Leben um ihn herum, und zu guter Letzt wagt er es, die Sonne unmittelbar anzusehen und ihre Beschaffenheit wahrzunehmen. Und er begreift, dass es das Licht der Sonne, des Feuers ist, das Schatten erzeugt und erkennt den Unterschied zwischen seiner Wahrnehmung und dem, was real ist. Nach diesem Erleben des Erkennens hat er keinerlei Bedürfnis, je wieder in die dunkle Höhle zurückzukehren.

Mit der Erkenntnis ist der erste wirksame Schritt zur Veränderung, zur Wahrnehmung der eigenen Wirklichkeit getan. Der Weg aus der Höhle hinaus zur Quelle des Lichts und zur Wahrnehmung von dem, was den Menschen selbst und seine Umgebung ausmacht, ist mühselig und mitunter schmerzhaft. Die Veränderung geschieht aus freiem Willen, denn in uns tragen wir die Sehnsucht nach dem, was uns wirklich am Herzen und in der Seele liegt, und die Hoffnung auf unser persönliches Paradies treibt uns voran. Der erste Schritt mag klein sein, ist jedoch äusserst wirksam und der Beginn der Reise zum Selbst und zum individuellen Ziel.

So gesehen entsteht unsere Wirklichkeit in dem Masse, wie wir wahrnehmen und wie eine Erkenntnis begünstigt wird. Damit ist der Boden geschaffen, unsere eigene Wirklichkeit zu erkennen, und damit verbunden das Essentielle an unserer gewünschten Entwicklung.

“Der Mensch braucht nicht viel, um glücklich zu sein”, besagt der Volksmund. Volksmund tut Wahrheit kund, denn haben wir einmal die Essenz dessen gefunden, was unser persönliches Glück ausmachen kann, benötigen wir auf unserem Weg relativ wenig. Relativ, also in Bezug auf die individuelle Wirklichkeit. Hilfreich auf der Entdeckungsreise zu unserem Glück kann sein, erst einmal den Gegenpol von dem, was wir nicht wollen, was uns eigentlich nicht wichtig ist, wahrzunehmen. Denn die meisten Menschen können anfangs leicht umschreiben, was sie ablehnen und haben eher Mühe damit, das zu benennen, was sie anstelle des Ungeliebten wollen. Von da aus wird der Blick auf das andere Ende gelenkt. Obwohl die Auseinandersetzung mit unseren Kampfschauplätzen und inneren Ablehnungen ein gewichtiger Schritt auf dem Weg zu unserer Wirklichkeit darstellt, steht die Fokussierung auf das eigene neue, noch zu entdeckende Land der Herzenswünsche im Vordergrund.

Zuerst einmal entsteht ein leerer Raum, es fällt schwer, sich von den gehegten und vielfach auch gepflegten negativen Bildern zu lösen. Zu erkennen, dass dieser (noch) leere Raum unsere persönliche Freiheit darstellt, ein Land, das wir nach unserem Willen und unseren Vorstellungen bebauen und bewirtschaften können, ist für viele eine ganz neue Erfahrung. Eine Erfahrung, die Freude und Glücksgefühl auslöst und uns in der Schatzsuche und Nutzung des neu gewonnenen Reichtums bestärkt.

Ergebnis: Endlich stehen wir dort, wo wir sein wollen, und können von da aus unsere Reise zu dem, was uns wirklich wichtig ist, antreten. Eine Reise, die immer wieder auf’s Neue beginnen kann, je nach Lebensphase und nach Entwicklungspunkt unseres Seins.

~ Margrit Sager



Bild © Margrit Sager

Margrit Sager
ist 46 Jahre alt, verheiratet und Mutter einer 17jährigen Tochter. Der Mensch denkt, fühlt und agiert von verschiedenen Ebenen aus, er lebt und liebt ganzheitlich, mit Körper, Geist und Seele. Dieser für sie natürliche Zugang zu ihren Mitmenschen bestimmt heute ihre Arbeit als Coach und als mediale Begleiterin. Im Verlauf ihrer beruflichen Laufbahn begegnete sie immer wieder Menschen, die ein starkes Bedürfnis nach Reflexion hatten und im Privaten wie auch Geschäftlichen nicht nur “funktionieren” wollten. So unterstützte sie andere darin, ihr Tun und Sein auf allen Ebenen wahrzunehmen und durch gewonnene Erkenntnisse neue Schritte zu wagen. Nebst der langjährigen Tätigkeit in der Wirtschaft (Telekommunikations-, Banken- und Logistikbranche) bildete sie sich in der Begleitung von Menschen aus (u.a. Coaching, NLP, humanistische Astrologie, Reinkarnationstherapie) und vernetzte sich mit anderen unterstützenden/heilenden Berufsgruppen, mit Menschen, die ebenfalls bereit sind, neue Wege zu gehen, losgelöst von bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Bei all ihren Schritten ist ihr die Qualitätssicherung ein Anliegen, denn Menschen auf integrale Art und Weise zu begleiten, erfordert die fortwährende Auseinandersetzung mit dem eigenen inneren Weg und verlangt ein verantwortungsvolles Denken und Handeln

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