26. June 2017

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Irrfahrt im Glaubenssystem-Jungle

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Auf der Suche  nach einem für mich stimmigen Glaubenssystem bin ich schnell an meine Grenzen gestoßen. Ich wusste nicht mehr was ich glauben kann und was nicht. Der Dialog mit meiner geistigen Führung hat mich in diesem Chaos wieder zur Ruhe gebracht.

Madita: Ich habe Angst. Große Angst. Man sollte niemals seinen klaren Verstand an eine Instanz außer seiner selbst abgeben. Aber wie macht man das? Wie kann man so sehr in sich selbst vertrauen, dass man nicht einfach irgendwelchen äußeren Wertesystemen die Macht über sich erlässt? Es gibt so viele verschiedene Systeme. Solch eine Vielfalt an unterschiedlichen Werten. Welchen Systemen könnte ich noch vom Herzen her folgen? Mein Verstand scheint sich nur allzu leicht beeinflussen zu lassen. Da liest er hier etwas, macht dort eine Erfahrung und schon meint er sich auf ein neues Wertesystem stürzen zu müssen. Das Bisherige wird wie ein alter Schuh fallen gelassen und das Neue als einzig Wahres gepriesen.

Uli: Und dann?

Madita: Und dann stößt man nach einer Weile auch mit diesem System wieder an seine Grenzen. Das eigene Leben und die Wahrheiten an die man bisher glaubte, werden immer häufiger auf die Probe gestellt. Zunehmend wird die Welt die man kennt von neuen Fragen umhüllt. Anfänglich scheint dies eine freudige Wendung zu sein, denn man möchte der Wahrheit ja näher kommen. Doch jedes Mal nachdem man feststellen musste, dass solch ein Zustand wieder nicht erreichbar scheint, ist die Enttäuschung darüber, lediglich erneut auf ein weiteres System „reingefallen“ zu sein, umso schmerzhafter. Gibt es denn keinen Ausweg aus diesem Labyrinth? Aus dieser Irrfahrt? Manchmal bekomme ich Angst. Wirkliche Angst verrückt zu werden. Angst davor, mich selbst aus reiner Unwissenheit oder gar aus Dummheit heraus ins Elend zu stürzen. Wäre ich doch nur in meinem altvertrauten, bekannten System geblieben. Zwar würde ich mich dann möglicherweise in einem undurchsichtigen Nebel bewegen und die Augen vor der Wirklichkeit verschließen aber ich würde auch nicht in die Gefahr laufen, mich in dieser Vielfalt an widersprüchlichen Wertesystemen zu verlieren. Hat man sich einmal geöffnet, scheinen die unterschiedlichsten Varianten auf einen zu warten, das Leben und die Welt zu sehen. Unsagbar viele Möglichkeiten seine Identität als Mensch zu erfassen, einzuordnen und das eigene Leben danach auszurichten. Manchmal denke ich, dass man unweigerlich verrückt werden muss, bei dem Versuch sich alleine, nur mit seinem eigenen Verstand bewaffnet, durch diese Vielfalt navigieren zu wollen. Sobald ich mich für neue Ideen öffne, stürzt sich mein Verstand auf alles was damit in Verbindung steht. Er saugt es auf wie ein Schwamm. Viel schneller als ich die Dinge zu beurteilen und einsortieren vermag.

Ich glaube mein Verstand ist an einem Punkt angekommen, an dem er Informationen von zu vielen Systemen oder Glaubensrichtungen in sich aufgenommen hat. Im Zeitalter des Internets keine Seltenheit. Die Informationen wiedersprechen sich alle in gewisser Weise, so dass mein Verstand plötzlich nicht mehr weiß, wie er jetzt navigieren soll. Welche Information gewichtet er nun mehr? Er kann ja nicht alle gleichzeitig annehmen. Aber kann er wegen solch einzelner Konflikte, gleich das ganze Glaubenssystem verwerfen? Auf Grundlage welcher Entscheidung würde er welches System abwerten oder als unwahr verkaufen? Das kann er doch gar nicht alleine.

Mein Verstand steht vor einem Dilemma. ZU viele Informationen aus ZU vielen Glaubenssystemen. Aus zu vielen Systemen die eine unterschiedliche Sichtweise auf den Menschen und sein Leben haben und damit sein Sein in der Welt erklären. Er stürzt sich mit einer wahnsinnigen Anziehungskraft auf neue Inhalte, Wahrheiten und Systeme. Einfach aus der Neugier heraus, was so alles in der Welt existiert. Dies könnte möglicherweise ein wenig gefährlich werden, denn im Endeffekt kann niemand diese Wahrheiten je wirklich nachweisen und sich ultimativ sicher über die Wirklichkeit des vorherrschenden Weltbildes sein. Zu vieles habe ich schon entdeckt, erfahren und kennen gelernt, was wahr sein KANN, aber niemals wirklich beweisbar erscheint. Zumindest nicht in der heutigen Zeit. Zu vieles habe ich schon entdeckt was ich schön finde. Aber auch vieles was in mir einen unangenehmen und destruktiven Nachgeschmack hinterlässt. Zu vieles was den Verstand durch kluge Worte widerstandslos und gefügig macht. Aber wie geht man nun damit um? Mit dem Wissen, dass es diese Vielfalt gibt. Mit dem Wissen, dass der Verstand zu begrenzt ist, um sich mit einer wirklichen Klarheit durch diese Vielfalt navigieren zu können und seine eigene, für sich positive Position irgendwo dazwischen zu finden. Kehrt man der ganzen Suche sowie den neu entdeckten Wahrheiten und Informationen wie ein Angst verschrecktes Kind den Rücken? Kann man das überhaupt? Wird die Neugier sich nicht irgendwann wieder über einen ermächtigen?

Uli: Mach die Augen auf. Schau dich um wo du in diesem Moment bist. Das ist jetzt deine Welt. Dort bist und existierst du gerade. Atme tief ein und aus und beruhige dich. Dort wo du gerade bist, das ist die Umgebung und die Welt wie du sie kennst. Eine die dir vertraut ist. Dorthin kannst du immer wieder zurückkehren. Sie wird dir immer Halt geben. Wenn du dich in anderen Welten zu sehr verloren fühlst, kannst du dich in dieser immer wieder ausruhen und in ihr Halt finden. Dort ist deine Familie zuhause und dort hast du deine Kindheit verbracht. Verachte diese Welt nicht dafür, nur weil sie von einem System beherrscht wird, welches dir Scheinwahrheiten vorgaukelt. Nehme es einfach dankbar an und erkenne, dass es darüber hinaus noch viele weitere Systeme und Wahrheiten gibt. Du musst nicht alles verstehen. Du wirst niemals alles verstehen. Und niemals alle Wahrheiten erkennen können. Folge deinem Herzen und vertraue auf dein Gefühl. Das ist manchmal viel weiser und wegweisender als dein Verstand es alleine je sein kann.

~Maditaluise

Maditaluise
Madita Luise ist ausgebildete Kreativtherapeutin und Diplom-Wirtschaftsingenieurin. Ihre Leidenschaft liegt darin, die analytische Welt des Verstandes und die emotionale Welt der Intuition in Einklang miteinander zu bringen. Nachdem eine Panik-Attacke ihr Leben auf den Kopf gestellt hatte, begann ihre Suche nach alternativen Heilungswegen aus der Angst. Seit mehreren Jahren begleitet der innere Dialog mit ihrer geistigen Führung nun ihren Alltag und führt sie zu wunderbaren Heilmethoden, Einsichten und Weisheiten. Auf der spirituellen Suche ist ihr Verstand immer wieder an Grenzen und Hindernisse gestoßen und wurde häufig auf die Probe gestellt. Ihr Herz und ihre Intuition aber haben sie liebevoll navigiert und ihr Vertrauen wachsen lassen. Nun teilt sie ihre Erfahrungen in Form von Texten, Dialogprotokollen und Geschichten und ist momentan dabei ihr Seelenbusiness zu entdecken. www.madita-luise.jimdo.com
Maditaluise

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