23. June 2017

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Den Schleier lüften

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”Der Wille des Menschen ist anzusehen als ein Band von lebendigen Kräften; solange er nun selbst in seiner Einheit mit dem Universalwillen bleibt, so bestehen auch jene Kräfte in göttlichem Mass und Gleichgewicht.”

Soeben habe ich vom plötzlichen Tod eines allseits beliebten Schweizer Managers erfahren. Ein langjähriger erfolgreicher Berufsmann, der seinem Leben ein Ende machte, einfach so…. Einfach so? Ich glaube nicht, dass irgend jemand auf unserem Planeten freiwillig einfach so aus dem Leben scheidet, die Gründe sind oft vielfältiger, als man denkt oder vernimmt. Auch wenn ich diesen Menschen nicht persönlich gekannt habe, tut mir diese Nachricht in der Seele weh, weil ich nachempfinden kann, welcher Druck und vor allem Schmerz ihn längere Zeit begleitet haben müssen, Emotionen, die für ihn unerträglich geworden sind.

Warum verbinde ich dieses heikle Thema eines Suizids mit dem Monatsthema? Weil sich solche tragischen Ereignisse in unserer ach so geliebten hochgetrimmten Leistungsgesellschaft häufen, immer mehr von Burnouts und damit verbunden jähen Lebensenden die Rede ist. Und wo meistens eine „Krankheit“ erkannt worden ist, sind Ratgeber aus allen Ecken schnell zur Stelle. Da ist die Rede von Entschleunigungstechniken oder Heilungs- und Wiederfindungstipps und -trips, von dem Finden seiner Work-Life-Balance, von psychologischen Tiefen, die einmal ausgelotet, einen Menschen früher oder später wieder obenauf schwimmen lassen, kurzum: ein Mittel zur Gesundung wird sich für den Menschen in Not immer finden. Ein Kranker wird gesund, muss ja auf Biegen und Brechen gesund werden, und das Rad dreht sich weiter und weiter.

Mein Beitrag ist weder eine weitere Arznei, die ausprobiert werden kann noch ein Rat, wie man möglichst ein (Berufs)Leben lang gesund bleibt, ich offeriere lediglich eine Sichtweise. Eine Sicht auf die Thematik in unserer Gesellschaft an sich und auf den Zugang zur eigenen Balance.

Menschen, die nur noch funktionieren, um Zielvorgaben zu erreichen und sich davor fürchten, fremde oder eigene Erwartungen nicht zu erfüllen und dabei krank werden, werden be-HAND-elt, d.h. es wird aktiv von aussen in das individuelle Leben eingegriffen, Grenzen werden überschritten, die das fragile Gleichgewichtssystem noch mehr tangieren. Die helfende Hand regelt alles, sie weist den Weg, den es zu gehen gilt, nimmt einen an der Hand und zieht vorwärts in Richtung Ziel, das man oft nicht einmal sieht oder kennt. Sie ist da, um anzuschubsen und voranzutreiben, aber auch um anzuhalten oder zurückzuweisen. Und weil wir wissen, dass diese Hand stets da ist, lassen wir uns leiten und sind uns bald nicht mehr gewohnt, unseren eigenen Weg zum Ziel zu finden. Bleiben wir auf der Strecke liegen, kommt rasch ein Krankenwagen und bringt uns zum Arzt, dessen fachliche Hand uns untersucht und eine Diagnose stellt: „Du bist krank“. Und ehe wir uns versehen, haben wir ein Medikament zur Hand, das uns wieder gesund und fit macht, damit wir den Weg weitergehen können. Unser Körper gehorcht uns wieder, aber was ist mit unserer Seele? Tja, die blieb wohl irgendwo zwischen Start und Ziel auf dem Weg liegen, denn eigentlich haben wir diese ja gar nicht gefragt: „Willst Du diesen Weg gehen?“. Wir haben zu spät erkannt, dass wir unser innerstes Einverständnis für diesen Weg nicht gegeben haben und nun wie Schlafwandler auf der vorgezeichneten Strasse wandern, halb träumend und halb wach, ohne eigentlich zu wissen, warum wir diesen Weg überhaupt gehen.

Wir sind nicht „krank“, sondern von Geburt an gesund. Gesund im Sinne von: So, wie wir sind, so ist es gut. Nichts muss geheilt oder gerichtet, herumgeschnipselt oder verändert werden, wir SIND. Und wenn wir aus dem Gleichgewicht geraten, dann waren wir auf unserem Weg schneller als unsere Seele und haben sie nicht um Rat gefragt, ob dies denn auch die richtige Richtung ist, in die wir gehen wollen. Und unseren Körper haben wir dazu angehalten, vorwärtszuschreiten, Tag für Tag, Schritt um Schritt, obwohl unsere Füsse eigentlich schon lange den Dienst versagen wollen und nur uns zuliebe weiter ihren Dienst tun. Und was sagt unser Geist dazu? Dieser hat bis in die kleinsten Zellen damit zu tun, unsere mentale Kraft aufrechtzuerhalten und gaukelt uns vor: Es geht schon noch, ein bisschen wirst Du noch gehen können, das schaffst Du.

Was geht da in uns ab? In uns hat sich das Gewicht auf eine der drei Ebenen unserer Trinität verlagert, je nach aktuellem Lebensthema und unserem persönlichen Zugang dazu, während die anderen beiden versuchen, die Balance zu halten, was auf Dauer zu viel von uns abverlangt. Resultat: der Kollaps, der innere Zusammenbruch unseres Systems. Ein System, das wir nicht beachtet haben, an dessen Existenz wir manchmal zweifeln, weil es von aussen nicht ohne weiteres sichtbar ist. Ein System, das von Natur aus das Richtige für uns tut und für unser Wohlbefinden da ist, zu dem wir bewusst Sorge tragen können, damit es im Gleichgewicht schwebend für uns sorgt und uns in allem unterstützt. Jede und jeder hat zwar von Beginn an das gleich geartete System, die Systemanteile jedoch sind individuell ausgestaltet. Halten wir einen Augenblick an und gönnen uns einen wertvollen Ruhemoment, werden wir diesem Wunder unserer Natur gewahr. Wir erkennen Anteil für Anteil in unserem System und wie die einzelnen Anteile untereinander kommunizieren und sich aneinander orientieren. Denn alles hängt zusammen, nichts ist unabhängig, sondern hat seine Wirkung nach innen und nach aussen hin.

Kein Wunder, dass Coaches in der Wirtschaft nach wie vor von „Work-Life-Balance“ sprechen, dies entspricht der irdischen Dualität. Die ist zweifelsohne zu berücksichtigen, doch unsere natürliche Gesundheit leben können wir, indem wir uns die Prinzipien der Trinität bewusst machen (Körper, Geist und Seele). Damit das Ganze im irdischen Raum umgesetzt werden kann, braucht es den spirituellen Anteil, der uns hilft, unser Tun und Sein zu reflektieren und wie Energie für unseren Lebensmotor wirkt, unsere Hoffnung und Freude auf unsere Zukunft nährt. Bricht ein Anteil nach dem anderen weg, sterben wir den energetischen Hungertod.

In der klassischen Numerologie sprechen wir hierbei vom göttlichen Weg: die göttliche Trinität (3) entspricht dem Menschen, seine Verbindung zum Ewigseienden wird als Spiritualität (1) bezeichnet, dadurch entsteht der Raum (4), in dem wir wirken und in dem wir SIND.

Wir können jederzeit auf unserem Weg anhalten und diese Innenschau beginnen, um unsere Anteile und ihr Zusammenwirken, unsere Kräfte und Energien, unsere Bedürfnisse und Wünsche kennenzulernen, und vor allem: den Schleier zu unserem ganz eigenen Geheimnis lüften und unser System erkunden, wie es funktioniert, nach seinen eigenen Regeln und seinem ureigenen Wissen. Ein Wissen, dem wir voll und in unserer Ganzheit vertrauen können.


~ Margrit Sager

Margrit Sager
ist 46 Jahre alt, verheiratet und Mutter einer 17jährigen Tochter. Der Mensch denkt, fühlt und agiert von verschiedenen Ebenen aus, er lebt und liebt ganzheitlich, mit Körper, Geist und Seele. Dieser für sie natürliche Zugang zu ihren Mitmenschen bestimmt heute ihre Arbeit als Coach und als mediale Begleiterin. Im Verlauf ihrer beruflichen Laufbahn begegnete sie immer wieder Menschen, die ein starkes Bedürfnis nach Reflexion hatten und im Privaten wie auch Geschäftlichen nicht nur “funktionieren” wollten. So unterstützte sie andere darin, ihr Tun und Sein auf allen Ebenen wahrzunehmen und durch gewonnene Erkenntnisse neue Schritte zu wagen. Nebst der langjährigen Tätigkeit in der Wirtschaft (Telekommunikations-, Banken- und Logistikbranche) bildete sie sich in der Begleitung von Menschen aus (u.a. Coaching, NLP, humanistische Astrologie, Reinkarnationstherapie) und vernetzte sich mit anderen unterstützenden/heilenden Berufsgruppen, mit Menschen, die ebenfalls bereit sind, neue Wege zu gehen, losgelöst von bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Bei all ihren Schritten ist ihr die Qualitätssicherung ein Anliegen, denn Menschen auf integrale Art und Weise zu begleiten, erfordert die fortwährende Auseinandersetzung mit dem eigenen inneren Weg und verlangt ein verantwortungsvolles Denken und Handeln

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Margrit Sager

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Margrit Sager
margrit.sager@recogniteering.ch
Kommentare
2 Antworten auf “Den Schleier lüften”
  1. Margrit sagt:

    Lieber Matthias, herzlichen Dank für Dein Feedback, das freut mich.
    Der Weg der Erkenntnis macht sozusagen eine jahrtausendealte Schlaufe durch; zuerst ruhten die Menschen ganz in sich, eins mit der Natur und den Kreisläufen des Lebens, doch immer verlangte es den Menschen nach Erlösung. Etwas Höheres soll ihn von seinem “Los” befreien, dem sterblichen Leben, das er zuerst mit Angst wahrnimmt, das erste Gefühl nach der Liebe, sobald er geboren ist. Und so konzentriert er sich im Verlauf seines Lebens zuerst einmal auf das Fassbare in seiner (Um)Welt, um sich zu orientieren und inmitten dem Trubel des Lebens zurechtzufinden. Sein Geist sucht nach Erklärungen, nach weiterem Greifbaren, und dabei half ihm vielfach sein Glauben. Und doch spürt er, dass da noch etwas ist, etwas, das er tief in sich als wahr nimmt, es jedoch (noch) nicht in sein Denken und Handeln im Äussern transferieren kann. Dies ist die lange Zeit der Sinnfindung, der Suche nach dem menschlichen Selbst. Jede/r begeht hierbei seinen eigenen Weg, und das ist auch gut so. Denn den einen, wahrhaftigen Weg gibt es nicht, auch wenn es uns noch so sehr danach dürstet, dass uns dieser aufgezeigt wird. Der individuelle Weg ist begleitet von Erkenntnis, Schmerz, Liebe und Selbstverantwortung. Und führt uns letztendlich hin zur Freiheit, eine Existenz, in der alles seinen Platz hat, “Gutes” und “Schlechtes”. Und wir haben immer wieder auf’s Neue die Wahl, in Achtsamkeit unsere Entscheidung zu treffen. Herzlich, Margrit

  2. Matthias sagt:

    Liebe Margit,

    ein sehr schöner Artikel der mich sehr anspricht. Für mich gibt es weder Trinität noch Dualität, ich habe keinen Geist bzw. eine Seele. Ich bin das was ich bin reines Bewusstsein materialisiert in einem Körper.

    Gruß

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