12. December 2017

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“Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts” von Susann Pásztor – Buchtipp der Redaktion

LEBENheute.com - Buchtipp

Buchtipp: „Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts“ von Susann Pásztor

„Verdient hätte ich Katzenjammer“ schreibt die Protagonistin Mila, die stattdessen beim Aufwachen mit einer „fast frühlingshaft-heiteren Aufbruchstimmung“ beschenkt wird, was stellvertretend typisch ist für die Erfahrungen der Frau, bei der vieles anders kommt als sie denkt. Denken nimmt ohnehin einen wichtigen Teil ein, wiewohl Nicht-Denken das Ziel ist – im ersten Teil des Buches als Pflicht, und im zweiten Teil als Kür. Und im dritten? Der dritte Teil ist sozusagen die Prüfung über die Fähigkeit zur Integration in den Alltag. Aber beginnen wir von vorn: Mit viel Detailreichtum beschreibt Mila die sechsundvierzig Stunden, die sie in einem Meditationsworkshop verbringt, der ihr von der Therapeutin nicht gerade verschrieben, aber doch mit aller Deutlichkeit empfohlen wurde. Wer nur einmal in seinem Leben eine Stunde still sitzen musste, weiss, wie lange dies sein kann. Die Vorstellung, drei Tage lang still zu sein, führt direkt zur inneren Rebellion mit der Frage, Herrgottnochmal, warum nur tue ich mir dies an. In Kürze sind Leser und Protagonistin ein verschworenes Paar und machen die Erfahrung gemeinsam: Witzig, ironisch und trotzdem sehr respektvoll entführt die Autorin in eine Welt, die gleich neben unserem gewöhnlichen Alltag liegt und in die Tausende von Sinnsuchenden Wochenende für Wochenende eintauchen. Eine Welt, die den Alltag verändern kann (oder soll). Unbeteiligt cool bleibt jedenfalls niemand, und Mila ist ebenso aufgeweicht wie alle anderen Teilnehmenden, und wie besonders ein Teilnehmer.

Dass es zufälligerweise der Attraktivste der Runde ist, der zufälligerweise in dieselbe Richtung wie Mila eine Mitfahrgelegenheit sucht, schreibe ich der in solchen Seminaren selber erfahrenen erhöhten Sensitivität für Synchronizitäten zu, womit die Geschichte natürlich eine wesentliche Zäsur erfährt und beim Leser die Neugier weckt, wie es denn wohl weiter gehe. Und es geht so weiter, wie man es sich erhofft, erträumt, sich nicht selber zutraut, und genau so. Und doch anders.

Der Autorin gelingt es, nach der teilweise fast bleiernen Ruhe eine Aufgekratztheit und Vitalität zu vermitteln, die sich wunderbar für Projektionen von eigenen, nicht gelebten Leben eignet: Der Film im Kopf wird hervorragend und erfrischend lebendig unterstützt, und die Atemlosigkeit der beiden Hungrigen wird so treffend gezeichnet, dass man der Autorin fast etwas missgünstig abnehmen würde, alles selbst erlebt zu haben. Wäre es denn nicht nur eine Geschichte.

Und natürlich haben Geschichten in Büchern auch ein Ende, nicht wie im richtigen Leben. Das Ende allerdings ist überraschend anders als das, wohin die Geschichte den Leser verführen wollte. Mit viel Herzenswärme und gleichzeitig Schalk begeistert die Autorin mit ihrem zweiten Buch nach dem Debutroman „Ein fabelhafter Lügner“, für den sie 2012 mit dem Berthold-Auerbach-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. In ihrer Widmung im Rezensionsexemplar von „Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts“ schreibt sie: „Und ich sage: Viel Spass beim Lesen“. Den hatte ich und empfehle den Roman herzlich gerne weiter.

~ Andreas B. Müller


 

Susann Pásztor (* 1957 in Soltau) ist eine deutsche Schriftstellerin. Sie ist die Tochter eines ungarischen Vaters und einer deutschen Mutter. Sie studierte zunächst Kunst und Pädagogik und arbeitet heute als Illustratorin, Autorin und Übersetzerin. Pásztor lebt in Berlin

Pásztor ist durch ihren ersten Roman Ein fabelhafter Lügner (2010) bekannt geworden. Die Handlung ist von der Geschichte ihrer eigenen jüdisch-ungarischen Familie inspiriert. Ihr zweiter Roman, Die einen sagen Liebe, die anderen sagen nichts, ist die Geschichte einer Frau auf der Suche nach der großen Liebe und wurde 2013 veröffentlicht. In Deutschland erscheinen Pásztors Werke bei Kiepenheuer & Witsch. Pásztor wurde 2012 für ihren Debütroman mit dem Berthold-Auerbach-Literaturpreis ausgezeichnet.

Quelle: Wikipedia

Andreas B. Müller
«Menschen und ihre Projekte zum Fliegen zu bringen beflügelt und beseelt mich.»
Andreas B. Müller

Grosse Neugier und Lebensfreude. Vielschichtige Erfahrungen im Entwerfen und Umsetzen von Ideen vor allem mit hoher Affinität in den Bereichen Kultur und Tourismus. Liebt es, eine kreative und ermächtigende Atmosphäre zu schaffen, in der (fast) alles möglich ist, und hat ein untrügliches Gespür für die besten Teamplayer. Ist es gewohnt, zielgerichtet, erfolgsorientiert und unternehmerisch zu denken und entsprechend verantwortungsvoll zu handeln.

Nach Mittelschule und Psychologiestudium an der Uni Zürich in permanenten Weiterbildungen in den Bereichen Coaching, Supervision, Organisations- und Persönlichkeitsentwicklung sowie Projektmanagement und Marketing mit neuen Medien. U.a. Herausgeber des eMagazins LEBENheute.com | Seele, Körper & Geist nähren.


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